Seit Anfang Januar tauscht unsere Kyosanim Wedd ihren gewohnten Wiener Dojang gegen die brennende Sonne und den weißen Sand von Msambweni, Kenia. Was als sechswöchiger Auslandseinsatz im YU Resort für YU Taekwondo Africa und unsere YU Charity begann, hat sich längst zu einer Reise entwickelt, die weit unter die Oberfläche des reinen Sports geht. Jetzt, nach der Hälfte der Zeit, blickt sie auf Momente zurück, die zeigen: Hier geht es nicht nur um Training – hier geht es um Menschen.
„Ohne Taekwondo wäre ich heute nicht hier“
Zu Beginn meiner Reise war ich voller Erwartungen, aber auch voller Unsicherheit, denn ich habe mich gefragt: Was kann ich hier wirklich bewirken? Heute, nach drei Wochen, weiß ich, dass die Arbeit der YU Charity viel tiefer geht, als ich es mir vorgestellt habe. Es sind Sätze wie die von Trainer Dennis, die alles verändern. Nach einer unserer Trainingseinheiten sagte er ganz schlicht zu mir: „Without Taekwondo, I would not be here.“ In diesem Augenblick wurde mir klar, dass Taekwondo in Kenia kein bloßes Freizeitvergnügen ist. Für viele unserer Trainer:innen vor Ort war es der entscheidende Wendepunkt, der sie von der Straße weg und in eine stabile Gemeinschaft geführt hat.
Was mich am meisten beeindruckt, ist der unermüdliche Lernwille unserer Trainer:innen in Kenia. Gestern zum Beispiel, beim Training für die Prüfungsvorbereitung, ist mir aufgefallen, dass Brantel eine Bewegung nach jeder Korrektur sofort wiederholen wollte – selbst noch nach dem offiziellen Trainingsende. Viele der Trainer:innen wissen, dass Taekwondo ihre Chance ist, ihr Leben besser zu gestalten. Diese Dankbarkeit und dieser Respekt gegenüber Wissen und Ausbildung sind etwas ganz Besonderes und zutiefst bewegend.
Wenn eine ganze Schule „Taekwondo!“ ruft
Ein Kernstück meiner Arbeit ist die Begleitung der Charity-Trainer an die lokalen Schulen. Die Kinder reagieren mit einer unglaublichen Offenheit und Freude. Als wir heute an einer der Schulen ankamen, liefen uns die Kinder entgegen und begrüßten uns mit „Taekwondo! Taekwondo!“-Rufen. Für viele von ihnen ist dieses kostenlose Training die einzige Möglichkeit, Teil eines strukturierten Freizeitangebots zu sein. Es stärkt nicht nur die Kinder, sondern auch die gesamte Gemeinschaft, weil Werte wie Respekt, Disziplin und Zusammenhalt vermittelt werden – und zwar völlig unabhängig vom Einkommen der Familien.
Große Herausforderungen und kleine Wunder
Die größte Herausforderung für mich als Meisterin ist es, unter ganz anderen Bedingungen zu unterrichten als in unseren gemütlichen Wiener Dojangs. Wir trainieren oft im Sand, am Strand oder mitten in der Natur – ohne Matten, mit wenig Platz, in der Hitze und mit vielen äußeren Ablenkungen. Doch dann passieren immer wieder kleine Wunder. So wie letztens im Training, als Trainerin Lois, die tagelang zögerte, endlich den Mut für ihre erste Freikampf-Runde aufbrachte. Das stolze Lächeln, das sie mir danach zugeworfen hat, macht jede Herausforderung mehr als wett.
Ein Gruß an unsere YU Community
Unsere YU Community sieht oft nur die Bilder und Videos in unseren Newslettern oder auf Social Media, aber hier vor Ort spürt man, wie viel Hoffnung in diesem Projekt steckt. Gerade jetzt ist eure Unterstützung so wichtig, weil die Trainer:innen hochmotiviert und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Damit das, was wir hier gemeinsam aufbauen, langfristig wachsen kann, brauchen sie Sicherheit, Ausbildung und Kontinuität. Jede Unterstützung aus Österreich hilft dabei, aus einzelnen Chancen eine stabile Zukunft für viele Menschen zu machen.
Werde auch DU aktiv
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Übernimm eine Patenschaft: Mit 150 € im Monat (nur 5 € am Tag) sicherst du die Lebensgrundlage für eine:n Trainer:in wie Dennis, Brantel oder Lois. Du schenkst ihnen ein würdevolles Leben und ermöglichst gleichzeitig hunderten Kindern kostenlosen Unterricht.
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Unterstütze uns mit deiner Spende: Jeder Beitrag hilft uns enorm. Im Moment finanzieren wir damit Training, Ausrüstung, Arztkosten sowie Notfälle und sichern den Schulbetrieb ab.
SPENDENKONTO:
Kontoinhaber: YU Charity Kenya-Entwicklungsförderung
IBAN: AT54 3200 0000 1439 1486
BIC: RLNWATWW
In jedem YU-Standort gibt es auch Spendenboxen für Bargeld. So könnt ihr direkt vor Ort spenden und einen wertvollen Beitrag leisten, um das Leben unserer Trainer und ihrer Gemeinschaft zu unterstützen. Jeder Beitrag, egal wie groß oder klein, macht einen Unterschied!